Sanfter Großstadttourismus für Mitte

30 Mrz

Wie letzte Woche schon angekündigt, habe ich die Ergebnisse aus der Diskussion beim Tag im Grünen gemeinsam mit unserem BVVler Wolfgang Lehmann zu einem Beitrag für das Bezirksprogramm Mitte fließen lassen. Nach heutiger Diskussion in der AG Wirtschaft der Bezirksgruppe Mitte wurde daraus untenstehender Text. Zentrale Punkte sind die grundsätzliche Begrüßung des Tourismus als belebende Branche für Berlin und besonders den Bezirk Mitte. Sorgen bereiten uns die kurzfristige Stadtentwicklungspolitik des rot-roten Senats, die sei zum Beispiel beim CO-Berlin häufig zugunsten von Hotels allerortens in eine ausgeglichene Bezirkspolitik reingrätscht. Ohne Berlins tolle Stadtstruktur mit Clubs, Kunst und Gastronomie Tür an Tür mit Wohnraum, werden aber auch langfristig die Touris ausbleiben. Hotel neben Bettenburg neben Hostel kann man sich auch ander Ortens anschauen. Unsere Tourismuspolitik ist deshalb eine Stadtentwicklungspolitik. bei der wir darauf achten, dass eine geeignete Mischung zwischen Wohn- und Kulturraum und Hoteldichte gewahrt bleibt.

Wir werden nächste Woche bei der Bezirksgruppensitzung über den Entwurf diskutieren und beschließen. Wer sich noch in den Programmprozess einbringen möchte, kann dies also gerne dort tun.

Die boomende Branche Berlins ist der Tourismus. Mitte profitiert von diesem Trend zahlenmäßig am stärksten: In den letzten Jahren gab es eine Verdopplung der Übernachtungen auf 7 Millionen, knapp ein Drittel der Berliner Gäste nächtigt bei uns. Das ist erfreulich, bringt doch der Tourismus einen Beschäftigungseffekt in verschiedenen Branchen mit: Kultureinrichtungen, Einzelhandel, Gastronomie und sonstige (touristische) Dienstleistungen werden durch die Kaufkraft der Gäste gestärkt und prägen so das Stadtbild. Der am stärksten profitierende Stadtteil ist „Alt-Mitte“, aber auch in Wedding und Tiergarten sind positive Auswirkungen des Tourismus zu spüren. Für uns ist klar: Der Erfolg des Berliner Tourismus misst sich nicht in nackten Zahlen wie es der rot-rote Senate gerne vorrechnet, sondern in seinem qualitativen Beitrag zur Stadt, zu unserem Bezirk.

Was die „Ressource“ Natur beim Regionaltourismus ist, ist Berlins Stadtstruktur beim Städtetourismus: Sicherlich kommen Gäste auch wegen unserer Wahrzeichen wie Brandenburger Tor, Reichstag oder Fernsehturm in unseren Bezirk. Hauptanziehungsgrund ist aber Berlins Ruf einzigartig, spannend und hip zu sein. Im Zentrum unserer Tourismuspolitik steht eine „bewohnerorientierte“ Stadtentwicklung. Dabei wollen wir uns an Initiativen aus Paris, New York oder San Francisco wenden, die bei ihrer Baupolitik auf eine geeignete Mischung zwischen Wohnraum und Hoteldichte geachtet haben.

Wir wollen uns für einen ökologischen Tourismus einsetzen. Deshalb werben wir im Bezirk wie auf Landesebene für ein Ökosiegel, das einen Klimafußabdruck des Berlinbesuchs mit sozialen Kriterien verbindet und den BesucherInnen ermöglicht, sich für ein nachhaltiges Unternehmen zu entscheiden. Hier wäre mit dem Hotel- und Gaststättenverband zu reden, ein Ökosiegel etc. „freiwillig“ einzuführen. Außerdem werden wir energetische Sanierung und Energieeffizienzmaßnahmen in Hotels und touristischen Großbetrieben vorantreiben.

Gerade für junge Menschen aus allen Teilen der Welt ist Berlin ein Magnet. Sie kommen in unsere Stadt, um in der Clubszene die angesagten Parties und Events zu erleben. Die Clubs in Berlins Mitte sind ein wichtiger Wirtschafts- und Kulturfaktor. Sie generieren Einnahmen und sichern eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Um das Miteinander zwischen Anwohnern und Clubs einvernehmlich zu gestalten, ist es an der Zeit, im Bezirksamt mit der Club-Commission, dem Verband der Berliner Club-, Party- und Kulturereignisveranstalter eng zusammen zu arbeiten. Selbstverständlich ist damit immer auch die Prüfung von Lärmschutz verbunden. Dasselbe gilt für die Konzentrierung von Clubs in einem Kiezbereich oder Standort.

NEU: Punkt zu Ferienwohnungen aufnehmen.

NEU: Stärker auf die Auswirkungen auf AnwohnerInnen des Tourismus eingehen.

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Eine Antwort to “Sanfter Großstadttourismus für Mitte”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Grün und Wirtschaft im Bezirk « Mitte-Mitte - 31/03/2011

    […] Tourismus, das auf bezirklicher und städtischer Ebene auch eher ein Stadtentwicklungsthema ist/sein…, hat die AG Wirtschaft gestern über den Klassiker der Bezirkswirtschaftspolitik diskutiert: der […]

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