Buddha zerfiel vor Scham

18 Feb

Heute war ich bei der Preisverleihung des Friedenspreises der Berlinale, der an den Film der jungen (1988 geborenen) iranischen Regisseurin Hana Makhmalbaf ging. Ihr drittes Werk (den ersten Kurzfilm drehte sie mit 8, den zweiten mit 15) mit dem Titel „Buda Az Sharm Foru Rikht“ handelt von einem kleinen Mädchen in Afghanistan, das in den Felshöhlen nahe der ehemaligen Buddhastatuen wohnt und wie der Nachbarsjunge auch zur Schule gehen will. Auf dem Weg zur Schule (der mit der schwierigen Beschaffung eines Schulbuches beginnt), findet sie heraus, dass sie als Mädchen nur zur Mädchenschule gehen darf, die allerdings weiter entfernt liegt (da es davon nicht so viele gibt). Als sie nach etlichen Strapazen (Festnahme durch Jugendbanden, angedrohter Steinigung etc.) endlich dort ankommt, gibt es auch dort keinen Platz für sie, da die Schule überfüllt ist. So geht es immer weiter und so steht es sinnbildlich für ein Land, das immer noch voller Minen ist (die Wege sind mit weißen Steinen markiert, damit man nicht auf Minen tritt) und das seiner heranwachsenden Generation eine tiefe Wunde zufügt seitens der Taliban wie auch der Amerikaner und aber auch derjenigen Erwachsen, die aufgehört haben sich zu wehren und einfach nur noch funktionieren. So muss man denn „sterben, damit man frei wird“. Ein sehr lohnenswerter Film, der zu recht ausgezeichnet wurde.

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3 Antworten to “Buddha zerfiel vor Scham”

  1. Sara D. 18/02/2008 um 12:20 #

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diesen Film als eine Zumutung empfunden habe, für die armen Menschen, die die Regiesseurin dafür benutzt hat. Wie kann man verantworten mit kleinen Kindern solche Szenen zu drehen, denn die Tränen der Kinder waren echt und nicht etwa irgendwelche Tropfen und die Angst in den Augen des kleinen Mädchens war ebenso echt. Hana Makhmalbaf beutet meiner Ansicht nach Menschen aus, die für etwas Geld oder Medikamente verständlicherweise vieles über sich ergehen lassen würden. Wer das nicht glaubt, sollte sich mal das Making off dieses Films angucken: Buddha zerfiel vor Scham, auch weil es Menschen gibt, die um Ruhm zu erlangen, sogar bei wehrlosen Menschen keinen halt machen.

    • Renate Scnunck 22/07/2009 um 09:55 #

      Nicht Frauen, die so einen Film drehen, mißbrauchen die Kinder in Afghanistan, sonder die westliche neoliberale Politik, der Raubtierkapitalismus mißbraucht die Kinder, Frauen, Männer und die Natur in Afghanistan um „Rohstoffquellen zu sichern….“ (Zitat Verteidigugnspolitische Richtlinien). Unsere Politik ist eine Zumutung, jede Verlängerung der Auslandseinsätze der Bundeswehr durch den Bundestag (CDU, SPD, FDP und die Grünen) ist eine Zumutung für die armen Menschen. Das was der Film zeigt ist die tagtägliche Realität von unzähligen Kindern und Zivilisten in Afghanistan, Irak, Jugoslawien. Somit müssen sich die Protagonisten nicht verstellen, sondern nur das spielen was sie tagtäglich (er)leben. Wir sollten uns bewußt machen, was unsere Politik mit sich bringt und genau das kann dieser Film uns ungeschminkt zeigen. Unsere Einmischungen im Ausland bringen nicht mehr Sicherheit und mehr Rechte für Kinder und Frauen, sondern eine Zunahme von Gewalt, Toten Zivilisten, Vergewaltigungen, Folter, Zerstörung von Häusern und Schulen, schlechtere medizinische Versorgung; nur Leid, Tod und Angst für die Leute vor Ort!!!!!

  2. Silke Gebel 27/02/2008 um 16:42 #

    Da ich den Hintergrund der Produktion nicht so gut kenne, wie du liebe Sarah, wäre es interessant zu wissen, wo du das Making Off des Filmes gesehen hast. Würde mir das gerne anschauen, um hierzu qualifizierter was zu sagen.
    Mein Blogbeitrag hat sich auf den Film bezogen. Als Zuschauerin kann ich da natürlich erstmal vordergründig die Botschaft des Filmes bewerten.
    Dennoch ist mir die enorme Ausdrukckskraft der Kinder aufgefallen, was auch auf andere Gründe zurückgeführt werden kann. Talent auf Seiten der Kinder oder auf Seiten der Regie. „Buddha zerfiel vor Scham“ ist ja nicht der erste Kinderfilm, in dem Kinder so authentisch rüberkommen.

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