Die Medienberichterstattung der Demonstration

24 Sep

Ein letzter Beitrag noch zur Demonstration „Freiheit statt Angst“, zu dem mich dieser Blogeintrag von Solon gebracht hat. Denn gewundert hatte ich mich schon, als nur sehr verhalten über diese große Demonstration am Wochenende berichtet wurde, zu der zum einen ein breites gesellschaftliches Bündnis aufgerufen hatte und zu dem auch eine breite gesellschaftliche Mischung auf der Straße stand! ÄrztInnen, RechtsanwältInnen protestierten mit Punks, Computerfreaks und Grünen gegen eine zunehmende Big Brother Manier im Innenministerium und der Bundesrepublik Deutschland. Doch der Ticker zeigt drei einsame Meldungen bei der Anfrage Überwachung, bei Datenschutz werden es zwar fünf, allerdings impliziert solch eine zurückhaltende Berichterstattung verbunden mit sehr niedrigen Zahlen eine Nichtrelevanz des Themas.

Die DDP spricht von angeblich 2000 Menschen, die auf der Demonstration gewesen sein sollen, von denen 400 sich Rangeleien mit der Polizei geliefert haben. Die APD immerhin spricht von 8000, wie auch ich in meinem ersten Eintrag. Allerdings war der Pariser Platz zu Beginn der Demonstration so voll, dass ein Durchkommen sehr schwer war. Aus Polizeikreisen war zu vernehmen, dass der volle Pariser Platz 10.000-15.000 Personen umfasst…DieVeranstalter sprechen von teilweise bis zu 10.000 Menschen.

Mir fällt es schwer von einer Verschwörung auszugehen, auch wenn angesichts solch einer Berichterstattung leise Zweifel an der Objektivität der Tickermedien kommen. Tragischerweise beziehen sich nun eben doch sehr viele regionale Zeitungen, über die sehr viele Informationen in die Bevölkerung getragen werden, nur auf die Tickermeldungen. Deshalb ist hier eine ausgewogene Berichterstattung mit richtigen Zahlen elementar!

Gerade das Thema der Überwachung sei sie nun online oder im „first life“, betrifft doch alle Bürgerinnen und Bürger. Im Rahmen der Pressefreiheit nochmal ganz speziell die JournalistInnen. Umso wichtiger ist ein sensibler Umgang mit dem Thema der eigenen Daten. Deshalb war die Demonstration wichtig. Sie hat gezeigt, dass es vielen Menschen aus allen Milieus und Altersgruppen wichtig ist zu sagen: „Meine Daten gehören mir“. Wir haben am Stand grüne Schilder angeboten, auf denen die Demoteilnehmenden ihre Message zu dem Thema schreiben konnten. Von über 100 Schilder waren noch 2 über! Das heißt ganz klar, dass es ein wachsendes Bewusstsein gibt, das gehört werden will. Und das lässt sich auch nicht durch diejenigen wegreden, die auf solch einer Demonstration ihre Streitigkeiten mit der Polizei austragen müssen. Hier geht es um eine freiheitliche Gesellschaft, die nicht aufgegeben werden darf.

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2 Antworten to “Die Medienberichterstattung der Demonstration”

  1. tkurbjuhn 24/09/2007 um 16:48 #

    Wer sich für Freiheit einsetzt, sollte doch auch Befürworter einer umfassenden Meinungsfreiheit bezüglich politischer Fragen sein. Da müßten sich die Gegner der Überwachung doch eigentlich auch für die Abschaffung des § 130 STGB einsetzen.

  2. Silker Gebel 24/09/2007 um 18:19 #

    Politik muss einen freiheitlichen Rahmen des MITEINANDERLEBENS ALLER MENSCHEN gewährleisten. Anhand dessen können politische Fragen abgearbeitet werden. Volksverhetzung wie sie in § 130 StGB (Hier nachzulesen: http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html) unter Strafe gestellt wird, stellt für mich keine politische Meinung mehr dar. Die Ausgrenzung anderer Menschen aufgrund „nationaler, rassischer, religiöser oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe“nzugehörigkeit ist meiner Meinung nach auch keine politische Frage. Deshalb stellt der von dir angesprochene Paragraph meiner Meinung nach keine politische Meinungseinschränkung dar.

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