Bildet Europa – Europa bildet

21 Aug

Der treffpunkt.europa ist die Mitgliederzeitung der Jungen Europäischen Föderalisten. Bis vor einem Jahr war ich Chefredakteurin. Im Oktober letzten Jahres hat meine Nachfolgerin Karen Matzke verantwortungsvoll diesen Job übernommen.

Die neue Ausgabe des treffpunkt.europas ist nun raus zum Thema „Bildung auf europäisch“. Hier der Artikel, der von mir in der Ausgabe 02/2007 veröffentlicht wurde:

Bildet Alle – Bildet Demokratie!

Wie die UN bereits definiert, muss auch die EU und Deutschland Bildung als Menschenrecht und Schlüssel zur Demokratisierung wahrnehmen und ihr einen entsprechenden Stellenwert einräumen. Bildungspolitik ist das beste Mittel, um eine Gesellschaft zu schaffen, in der Chancengleichheit gelebte Realität ist.

Bildung ist kein Luxus

Foto: frau_k (Lizenz: Creative Commons)

Gerade in einer Zeit, in der Wissen schneller als je zuvor wächst und sich verbreitet, ist es wichtig, allen Menschen gleich welchen Alters, welchem Geschlecht, welcher sozialen oder nationalen Herkunft, die Möglichkeit zu Lebenslangem Lernen und Wissenszugang zu geben.
Lebenslanges Lernen beginnt bereits bei den ganz Kleinen: Alle Kinder, müssen den selben Zugang zu einer guten Kindertagesstätte haben, der sie fördert. In diesem Bereich muss der Staat noch viel mehr Angebote schaffen und entsprechend der Menschen vor Ort multilaterale Heransgehensweisen und grenzüberschreitende Projekte unterstützen.


Die Schule muss endlich ihrer Kernkompetenz – der Vorbereitung auf das Leben nach der Schule – gerecht werden. Dafür müssen zum einen die Rahmenbedingungen stimmen: Guter Unterricht und entsprechende Ausstattung für alle! Das heißt im konkreten, dass Kinder ohne geklärten Aufenthaltsstatus in der BRD oder in jedem anderen Land der EU ohne Probleme auf eine Schule gehen dürfen müssen. Das bedeutet Lernmittelfreiheit für alle. Das impliziert auch die Notwendigkeit von Integrierten Gesamtschulen, in denen junge Menschen mit den unterschiedlichsten sozialen oder nationalen Wurzeln gemeinsam auf der Basis unterschiedlichster Begabungen lernen und entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert werden. Hier wird zusammen gearbeitet und eine solidarische Grundlage für die Gesellschaft geschaffen.

Foto: ChrisP (Lizenz: Creative Commons)

Neben dem richtigen Rahmen, sind die Inhalte elementar: Mit dem Internet, der Globalisierung und Deutschland als Einwanderungsland haben sich die Zeiten geändert. Das Bildungsangebot muss breiter und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den Lehrern ausgestaltet sein. Themen wie Medienkompetenz, konfessionsunabhängiger Religionsunterricht oder aufgeklärter Sexualkundeunterricht brauchen einen prominenteren Platz im Lehrplan!
Solche ein Schulkonzept von einem offenen, demokratischen Raum des Lernens benötigt vor allem motivierte Lehrer und Lehrerinnen, die eine entsprechende pädagogische Ausbildung hinter sich haben und einen Blick in das Berufsleben abseits von Universität und Schule geworfen haben. Doch haben BA/MA Studiengänge solche „Schnupperzeiten“ im Studium – seien es nun Lehramts- oder andere -studiengänge – eingeplant? Oder macht die Verschulung gemeinsam mit den Studiengebühren es den Studierenden unmöglich abseits des Studium über den Tellerrand zu blicken? Bildung ist keine Ware sondern ein Menschenrecht, um wieder die UN zu zitieren. Diese Tatsache verbunden mit der Idee des Lebenslangen Lernens macht Studiengebühren untragbar. Die BA/MA Studiengänge müssen an der jeweiligen Uni mit den Studierenden auf ihre Bedürfnisse abgestimmt werden. Es ist gut, dass es endlich eine europäische Vergleichbarkeit und damit ein europäisches Lernen gibt, nur darf die Universität als Freiraum des Lebenslangen Lernens nicht eingeschränkt werden.

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